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Eric Wilson

With their self-released debut album 40oz. to Freedom, Sublime quickly established a grassroots following on the California coast. With the release of their self-titled third studio album—two months after the passing of singer Bradley Nowell and the dissolution of the band—Sublime amassed worldwide fame, which persists to this day. In this episode we speak with bassist Eric Wilson about Sublime’s early days, their signature musical style, and their profound legacy. Additional topics include Eric’s bass playing, Sublime with Rome, and a new project called Spray Allen.

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Transcript

Evan Ball: (00:17)
Hallo, ich bin Evan Ball. Willkommen bei Striking A Chord, einem Podcast von Ernie Ball. Heute haben wir Eric Wilson von Sublime bei uns in der Sendung. Wir sprechen über die Anfänge von Sublime, ihre Gründung in Long Beach, Kalifornien, ihr langsames Wachstum, den Tod von Bradley Nowell und natürlich über den großen Erfolg, der später kam. Wir sprechen auch darüber, was Eric heute mit Sublime und Rome macht und was er mit seinem neuen Projekt Spray Allen vorhat. Der Sound ist heute etwas schlechter. Das hier ist ein Ferngespräch, Eric fährt Auto, aber trotzdem hat mir das Gespräch sehr gut gefallen. Ohne Umschweife, meine Damen und Herren, Eric Wilson.

Evan Ball: (00:58)
Eric Wilson, herzlich willkommen zum Podcast.

Eric Wilson: (01:00)
Wie geht’s dir?

Evan Ball: (01:01)
Gut. Ich würde gerne mit ein paar Hintergrundinformationen beginnen. Du und Bud kennt euch schon lange. Wie lange seid ihr schon befreundet und wann habt ihr angefangen, zusammen Musik zu machen?

Eric Wilson: (01:11)
Wir sind ungefähr seit der siebten Klasse befreundet. Er war in der achten Klasse. Er ist vom Lake Tahoe nach Belmont Shore in Long Beach gezogen, wo ich aufgewachsen bin. Er hat in einer kleinen Straße gegenüber von mir gewohnt. Mein Vater hat Schlagzeugunterricht in der Garage gegeben und Bud hat welchen genommen. Er hat direkt gegenüber gewohnt.

Evan Ball: (01:32)
War dein Vater lange Schlagzeuger und Schlagzeuglehrer?

Eric Wilson: (01:37)
Oh, ja. Mein Vater war um die 60, als ich zur Welt gekommen bin. Wenn er heute noch leben würde, wäre er über hundert Jahre alt. Er ist während der großen Depression aufgewachsen und hat schon in der Band meines Großvaters Schlagzeug gespielt. Während der Depression heuerte er auf einem Kreuzfahrtschiff an. Als er wiedergekommen ist, ist der Zweite Weltkrieg ausgebrochen und er ging zur Küstenwache. Danach hat er in der Bigband-Ära gespielt. Später, als ich 1970 geboren wurde, war er in der Long Beach Municipal Band, einer von der Stadt bezahlten Band. Er hat nebenbei gespielt und in der Garage Schlagzeugunterricht gegeben.

Evan Ball: (02:20)
Wow. Das ist toll, eine wirklich coole Geschichte.

Eric Wilson: (02:23)
Er ging mit einer Rente in den Ruhestand, eine Art Stadtrente.

Evan Ball: (02:28)
Wieso hat Bud Schlagzeugunterricht genommen und nicht du? Oder hast du auch welchen genommen?

Eric Wilson: (02:33)
Zuerst hat mir mein Vater eine Trompete gekauft und gesagt: „Spiel lieber das hier, dann musst du nicht so viele Trommeln mit dir herumschleppen.“

Evan Ball: (02:40)
Clever.

Eric Wilson: (02:41)
Aber die Trompete hat mir nicht wirklich gefallen.

Evan Ball: (02:45)
Ab wann hast du Bass gespielt?

Eric Wilson: (02:47)
Kurz bevor ich Bud kennengelernt habe. Ich habe Gitarre gespielt und mein Bruder hat eine Orgel bekommen, weil er Gitarren- oder besser gesagt Klavierunterricht genommen hat und der Orgel lag eine Bassgitarre bei. Die habe ich mir geschnappt und habe damit herumgespielt. [unverständlich 00:03:08] wie ein SG-Imitat.

Evan Ball: (03:11)
Genau. Das war also eine Art Pauschalangebot und die beiden Instrumente sind zusammen gekommen=

Eric Wilson: (03:15)
(03:15) Ja. Aber ich glaube, sie haben den Bass gar nicht erwähnt, als wir die Orgel gekauft haben. Er war einfach dabei. Das war damals aus dem Recycler-Magazin.

Evan Ball: (03:24)
Das ist verrückt und der Rest ist Geschichte. Du und Bud habt in der Highschool dann in Punkbands gespielt, richtig?

Eric Wilson: (03:33)
Ja.

Evan Ball: (03:34)
Und Miguel war euer Sänger?

Eric Wilson: (03:36)
Nein. Miguel ist erst später zu uns gekommen. Als er dazukam, hießen wir schon Sublime. Wir haben in einer Pizzeria in Cal State, Long Beach, gespielt. Eigentlich nur für Bier und Pizza, aber wir haben den Laden vollgemacht. Mike ist dann zu uns gekommen und hat uns gefragt, ob er ein paar Songs mit uns aufnehmen kann, weil er einen Studiokurs an der Cal State Dominguez Hill belegt hatte.

Evan Ball: (04:05)
War Bradley da schon euer Sänger?

Eric Wilson: (04:07)
(04:07) Ja.

Evan Ball: (04:08)
Wie habt ihr euch kennengelernt?

Eric Wilson: (04:11)
Bei einem Trip. Mein Freund Dave [unverständlich 00:04:12], ein Heavy-Metal-Typ, mochte die New York Dolls. Ich bin einmal zu einem Gig gegangen und habe ihm meinen Bass-Verstärker überlassen und er kam in voller Drag-Montur aus der Garderobe. So haben die New York Dolls das gemacht, weißt du. Das war schon ein Erlebnis für sich, aber der Typ hat mich angerufen und gefragt: "Hey Mann, ich kenne so einen Typen..." Ich weiß nicht, wo er ihn kennengelernt hat, aber er hat gesagt: "Ich kenne so einen Typen, der in Neapel wohnt, und ich glaube, ihr würdet richtig gut zusammen spielen." Und ich so [unverständlich 00:04:47]. Ich bin mit ihm hingefahren und wir haben uns gut verstanden.

Evan Ball: (04:51)
Hast du Neapel gesagt?

Eric Wilson: (04:53)
(04:53) Ja.

Evan Ball: (04:53)
Ist das ein anderer Ort in Long Beach?

Eric Wilson: (04:56)
Ja. Das ist ein ziemlich cooles Viertel mit Kanälen wie in Neapel.

Evan Ball: (05:02)
Oh, verstehe. Ihr spielt ziemlich viel Punkmusik. Bringt Bradley die Ska- und Reggae-Elemente mit?

Eric Wilson: (05:09)
Ja. Er war mit seinem Vater in der Karibik und hat dort Reggae kennengelernt, als er [unverständlich 00:05:18] war. Als er zurückgekommen ist, hat er mir diese Musik gezeigt und ich war zuerst nicht so begeistert, weil ich Punk mochte, aber nach einer Weile wurde ich offener für andere Musik, vor allem für diese.

Evan Ball: (05:36)
Das ist interessant, denn ich weiß, dass du aus dem Punk kommst, aber ich finde, dass du ein Händchen für Reggae hast. War es schwer, Reggae zu lernen?

Eric Wilson: (05:53)
Ja, aber ich habe nicht wirklich viel dafür getan. Ich habe nur ein paar Punksongs gespielt. Dann habe ich mit Brad in einer Band namens Sloppy Seconds Ska gespielt. Wir haben Coversongs gespielt, zum Beispiel von den Specials und English Beat und so. Fishbone. Damals kam das erste Fishbone-Album heraus, glaube ich.

Evan Ball: (06:10)
Und vom Stil her hast du dich ziemlich wohl gefühlt, als es in diese Richtung ging?

Eric Wilson: (06:15)
Ja, ich habe einfach angefangen, das zu lernen. Sobald ich diese Musik mochte, bin ich auch gut darin geworden.

Evan Ball: (06:22)
Es ist lustig, denn ich habe mich mit Leuten unterhalten, die herausfinden wollten, wie Punk und Ska zueinander gekommen sind. Ich weiß, dass Operation Ivy aus Nordkalifornien die beiden Genres gemischt haben.

Eric Wilson: (06:32)
Oh ja, sie waren [unhörbar].

Evan Ball: (06:34)
Das war ungefähr die gleiche Zeit. Ihr und No Doubt wart zu dieser Zeit beide in Südkalifornien aktiv, aber auf unterschiedliche Art und Weise. Gab es schon eine Punk- und Skaszene, erinnerst du dich?

Eric Wilson: (06:45)
Nein, am ehesten vielleicht so etwas wie The Clash, aber Ska würde ich nicht sagen. Die haben eher ihre eigene Art Reggae. Bad Brains, aber Bad Brains haben auch keinen Ska gemacht. Das war zwar Reggae und Punk aber sie haben erst einen Reggaesong gemacht, dann einen Punksong und dann einen Metalsong. Sie haben die Stile nicht miteinander vermischt.

Evan Ball: (07:09)
Ihr wart also ganz vorne mit dabei, oder?

Eric Wilson: (07:14)
Ja, auf jeden Fall.

Evan Ball: (07:16)
Für mich ergibt das irgendwie Sinn. Punk und Reggae waren beide in der Surfkultur verankert, also war es vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis die beiden zusammenkommen.

Eric Wilson: (07:30)
Es war alles neu für uns und wir haben einfach verschiedene Sachen ausprobiert. Die haben wir zusammengefügt und das klang echt gut.

Evan Ball: (07:40)
Mit welchen anderen Bands habt ihr früher gespielt?

Eric Wilson: (07:43)
Eine unserer ersten Shows haben wir mit Social Distortion gespielt, als Mike Ness auf Drogen war.

Evan Ball: (07:53)
Das hört sich an, als hätte er bei euch bleibenden Eindruck hinterlassen.

Eric Wilson: (07:54)
Aber hallo. Ich glaube, dass er die Sache mit dem Augen-Make-Up ins Rollen gebracht hat, zumindest in Südkalifornien. So, wie Green Day das jetzt auch machen.

Evan Ball: (08:04)
Das klingt, als gäbe es da eine Menge Respekt und Stolz unter den lokalen Bands aus Long Beach, als ihr groß geworden seid. Selbst wenn ihr Songs covert, covert ihr was von anderen lokalen Bands aus Long Beach.

Eric Wilson: (08:18)
Oh, ja, zum Beispiel [unverständlich 00:08:20].

Evan Ball: (08:21)
Das war alles ziemlich eng und ihr habt euch gegenseitig unterstütz, oder?

Eric Wilson: (08:24)
Ja, auf jeden Fall. Dort, wo ich jetzt lebe, gibt es nicht so eine Szene und auch nicht in Long Beach, als ich dort weggezogen bin. Deshalb in ich auch gegangen, aber das war mal anders.

Evan Ball: (08:37)
Wie wichtig war es euch damals, mit der Musik euren Lebensunterhalt zu bestreiten? War das etwas, was ihr unbedingt schaffen wolltet?

Eric Wilson: (08:46)
Ja, ich glaube, Brad wollte am ehesten seinen Lebensunterhalt damit verdienen [unverständlich 00:08:49], aber ich wollte nur Spaß haben und habe nicht darüber nachgedacht, wie ich meinen Lebensunterhalt verdienen will. Ich habe eher im Moment gelebt.

Evan Ball: (08:58)
Also war Brad entschlossener?

Eric Wilson: (09:01)
Sein Vater wollte, dass er auf die Wirtschaftsschule geht und dass er Bauunternehmer wird. Aber Brad hat gesagt: "Das will ich nicht, ich will Musik machen." Sein Vater hat es für einen Witz gehalten, dass Brad damit seinen Lebensunterhalt verdienen möchte.

Evan Ball: (09:18)
Ich glaube, dass ich für viele Leute in meinem Alter spreche, wenn ich sage, dass Sublime den Soundtrack für einige der besten Jahre unseres Lebens sind. Ihr wart ein Teil der damaligen Kultur und seid es natürlich auch heute noch. Hattet ihr das Gefühl, dass ihr Großes erreichen wollt? Hattet ihr eine Ahnung, dass die Leute bereit für das sind, was ihr vorhabt?

Eric Wilson: (09:41)
Ich weiß es nicht. Was auch immer [unverständlich 00:09:43] wir bekamen: Wir dachten, dass wir das verdient haben, aber ich hatte keine Ahnung, wie groß alles werden würde. So richtig groß sind wir erst geworden, als Brad gestorben ist. Das war eher bittersüß.

Evan Ball: (10:00)
Am Anfang, habt ihr euch aber ziemlich schnell eine Fangemeinde in der Gegend um Long Beach aufgebaut?

Eric Wilson: (10:06)
Oh, ja. Long Beach hatten wir sehr schnell im Griff. Dann sind wir an der Westküste auf Tour gewesen und sogar in Florida. In Florida waren wir keine Supportband, sondern wir hatten dort viele Unterstützer. Die erste Tour an der Ostküste war die erste Warped Tour und das war die einzige Tour, die Brad je mitgemacht hat. Den Bus haben wir uns mit einer anderen Band geteilt.

Evan Ball: (10:40)
Bei der ersten Warped Tour im Sommer '95 wart ihr auch mit von der Partie. Das klingt, als hättet ihr der Tour etwas Farbe verliehen.

Eric Wilson: (10:47)
Oh, ja.

Evan Ball: (10:49)
Ich lebe in Kalifornien und bin mit der Szene hier vertraut. Ich weiß noch, wie einflussreich und beliebt ihr hier gewesen seid, aber war das im ganzen Land so? War das noch nicht so gleichmäßig verteilt? Wart ihr immer noch eher eine Westküstenband?

Eric Wilson: (11:03)
Ja, schon, aber wir hatten zum Beispiel schon in Chicago gespielt und dort einige Fans gewonnen, als wir mit Wesley Willis And The Fiasco unterwegs waren. Das war kurz vor der Warped Tour, glaube ich. Wir haben uns also auch in der Gegend der Great Lakes eine Fangemeinde aufgebaut, aber vor allem an der Westküste.

Evan Ball: (11:23)
Gab es einen offiziellen Grund dafür, dass ihr der Warped Tour den Rücken gekehrt habt? War es Lou Dog, der Leute gebissen hat? Oder was anderes?

Eric Wilson: (11:29)
Ja, Bud und Brad haben sich ständig geprügelt und Brads Hund hat einen Profi-Skater gebissen, aber davor hat er auch schon ein paar andere Jungs gebissen. Ja, wir wurden rausgeschmissen.

Evan Ball: (11:48)
Der Höhepunkt des kommerziellen Erfolgs von Sublime kam natürlich, nachdem sich die Band aufgelöst hatte. Aber wenn du an die Zeit zurückdenkst: Gibt es da eine Zeit oder eine Ära, an die du am liebsten zurückdenkst?

Eric Wilson: (12:01)
Das war … Wie nenne ich das. Der „Three Ring Circus“. Das waren wir, Lords Of Brooklyn und Wesley Willis And The Fiasco. Das war die Tour, an die ich mich am liebsten erinnere.

Evan Ball: (12:16)
Und warum?

Eric Wilson: (12:18)
Es hat einfach sehr viel Spaß gemacht. Wir waren mit einem schizophrenen, großen, alten Schwarzen unterwegs, der in einer Band mit alten, weißen Typen gespielt hat. Und wir haben eine Menge Abenteuer mit diesem Typen erlebt. Das war großartig.

Evan Ball: (12:35)
Gibt es jetzt oder in der Vergangenheit Momente, in denen dir klar war, welchen Einfluss Sublime musikalisch oder sogar kulturell hatten?

Eric Wilson: (12:44)
Ja. Was ich wirklich wahnsinnig finde, ist, dass bei unseren Shows manchmal drei Generationen nach einem Autogramm fragen, zum Beispiel die Mutter, die Oma und die Tochter oder so.

Evan Ball: (13:00)
Wow!

Eric Wilson: (13:01)
(unverständlich 00:13:02).

Evan Ball: (13:03)
Das ist erstaunlich. Ihr wolltet es schaffen und das hat super funktioniert. Ich habe mir gerade noch einmal euren Dokumentarfilm „Stories, Tales, Lies And Exaggerations“ angesehen. Ich hab ihn schon gesehen, als er rausgekommen ist, aber es hat wirklich Spaß gemacht, ihn nochmal anzusehen. Ihr habt diesen Tatendrang und wollt eure Musik vorantreiben, aber ihr geht trotzdem sehr lässig damit um. Man könnte es sogar leichtsinnig nennen. Ein kleines Beispiel: In dem Dokumentarfilm erzählt John Philipps, einer eurer Manager, eine Geschichte von dem Treffen, als ihr bei Gasoline Valley unterschrieben habt. Ihr habt einen Haufen Bier und Hunde mit ins Büro gebracht und er erzählt davon, was das für ein Zirkus war. Und ihr habt einen Aufkleber auf das Auto des Chefs geklebt. Habt ihr euch niemals Sorgen darum gemacht, dass das eurer Karriere schaden könnte? Wie passt das zusammen?

Eric Wilson: (13:55)
Wir waren noch Kinder und haben nicht über morgen nachgedacht. Wir wollten einfach nur für den Moment leben. Wir waren einfach dumme Kinder.

Evan Ball: (14:08)
Aber gleichzeitig war da viel Leidenschaft im Spiel, wenn es um eure Karriere ging.

Eric Wilson: (14:10)
Oh ja. Damals wusste ich noch nicht einmal, was eine Karriere ist.

Evan Ball: (14:17)
Wenn ihr euch professioneller verhalten hättet, wärt ihr nicht Sublime. Lass uns ein bisschen über deine Arbeit als Bassist sprechen. Wir haben es schon erwähnt. Spielst du manchmal mit einem Plektrum, zum Beispiel bei den punkigeren Sachen?

Eric Wilson: (14:33)
Nein.

Evan Ball: (14:33)
Also immer mit den Fingern?

Eric Wilson: (14:35)
Ja, Plektren verliere ich immer, also wozu die Mühe.

Evan Ball: (14:39)
Ja, das stimmt.

Eric Wilson: (14:40)
Ich habe gelernt, wie ich genauso gut mit meinen Fingern spielen kann. Bassisten wie Mike Watt oder Randy Bradbury von Pennywise benutzen bei Punksongs ein Plektrum und das ist super, aber ich habe mich nie näher damit beschäftigt.

Evan Ball: (15:02)
Kannst du ein paar Tipps geben, was man tun muss, wenn man deinen Bass-Sound haben möchte, zum Beispiel zu den EQ-Einstellungen oder zum Equipment oder so?

Eric Wilson: (15:12)
Um einen guten Bass-Sound für Reggae zu bekommen, benutze ich aktive Tonabnehmer, die den Sound verstärken. Ich drehe einfach alle Regler am Bass auf und drehe alles in der Mitte auf [unverständlich 00:15:37], bevor sich jemand darüber aufregen kann.

Evan Ball: (15:42)
Schön. Hast du im Moment einen Bass, den du besonders häufig spielst?

Eric Wilson: (15:44)
Ja, es ist ein [unverständlich 00:15:46]. Das ist so ein handgefertigter Nachbau vom Fender P-Bass.

Evan Ball: (15:56)
Oh, okay. Wie schreibt ihr normalerweise eure Songs? Bringt einer von euch eine Idee mit zur Probe und ihr arbeitet sie gemeinsam aus?

Eric Wilson: (16:07)
Ja, oder jemand hat eine Idee … Brad bringt normalerweise einen Text und ein paar Akkordwechsel mit und dann arbeiten wir an der Struktur. Dann setzen wir den Song zusammen. Manchmal benutzen wir eine Doctor Drum Rhythm Machine, die wir auf den Tisch stellen und von der wir uns den Rhythmus vorgeben lassen. Die beste Musik entsteht immer dann, wenn zwei Brüder daran arbeiten.

Evan Ball: (16:39)
Ich habe mich gefragt, wie eure Songs arrangiert sind. Wenn ihr live spielt, gibt es diesen Vibe, aber ihr macht immer einen Deckel auf die Änderungen und kommt zum Ende. Manchmal scheint es so, als hätten du und Bud die Fäden in der Hand, zum Beispiel in den alten Videos. Also der Bass und das Schlagzeug. Und dass ihr Bradley etwas mehr Freiraum lasst, damit er sich ausdrücken kann. Ist das ungefähr so?

Eric Wilson: (17:09)
Ja, genau. Ungefähr so.

Evan Ball: (17:11)
Wo habt ihr früher geprobt?

Eric Wilson: (17:13)
Vor langer Zeit haben wir in Buds Haus in Lakewood geprobt. Und wir hatten noch ein paar andere Proberäume in der Gegend von Long Beach [unverständlich 00:17:24] und so weiter. Wir haben geprobt, wo wir durften.

Evan Ball: (17:27)
Wie weit sind die Songs normalerweise ausgearbeitet, wenn ihr ins Studio geht?

Eric Wilson: (17:31)
Du meinst im Aufnahmestudi0?

Evan Ball: (17:33)
Ja, im Aufnahmestudio. Ist dann alles schon fertig oder …

Eric Wilson: (17:37)
Das ist unterschiedlich, aber das meiste arbeiten wir beim Üben aus. Manchmal machen wir das aber auch noch vor Ort.

Evan Ball: (17:45)
Apropos Studio: Euer drittes Album „Sublime“ war Berichten zufolge nicht das Ergebnis von Nüchternheit. Aber es ist sehr gut gelungen. Sind euch die Takes im Studio schwergefallen?

Eric Wilson: (18:04)
Unser Produzent war Paul Leary, der Gitarrist von den Butthole Surfers. Und er hat wirklich das Beste aus uns herausgeholt. Er hat dafür gesorgt, dass alles optimal gelaufen ist und es war sehr einfach, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Evan Ball: (18:23)
Wer ist im Studio am kritischsten? Wer achtet am meisten darauf, dass die Takes sitzen?

Eric Wilson: (18:29)
Paul Leary.

Evan Ball: (18:33)
Schön. Von allen Alben, die du bist jetzt aufgenommen hast: Welches ist dein Favorit?

Eric Wilson: (18:36)
Ich glaube, vielleicht „Robbin’ The Hood“. Ich weiß es nicht. Ich glaube „Sublime“ war am besten aufgenommen. Das hat die beste Qualität und alles. Aber „Robbin’ The Hood“ macht Spaß.

Evan Ball: (18:47)
Hattet ihr schon einen Plattenvertrag als „Robbin’ The Hood“ aufgenommen wurde?

Eric Wilson: (18:50)
Nein, nur einen Vertrieb. Ich kann mich aber nicht mehr an den Namen erinnern. Sie haben uns etwas Geld vorgestreckt, damit wir mehr CDs und Kassetten produzieren können. Darum mussten wir uns also nicht kümmern. Sie haben es uns einfach vorgestreckt und wir haben es ihnen zurückgezahlt. Wir haben die CDs und Kassetten aus dem Kofferraum unseres Autos verkauft. Danach musste uns einfach eine Plattenfirma unter Vertrag nehmen. Wie du schon gesagt hast: Wir haben uns mit Plattenfirmen getroffen und uns einen Spaß daraus gemacht. Wir hatten es ja schon allein geschafft. Wir haben es ihnen nicht leicht gemacht.

Evan Ball: (19:30)
Ja, das stimmt. Man hat einen gewissen Einfluss, wenn man schon erfolgreich ist. Ich erinnere mich …

Eric Wilson: (19:37)
Wir waren vor allem an der Westküste erfolgreich, aber bei weitem nicht weltweit.

Evan Ball: (19:43)
„Robbin’ The Hood“ ist vielleicht dein Favorit. Hast du ein Lieblingsalbum von Sublime With Rome?

Eric Wilson: (19:48)
Das letzte. Das war wirklich gut. Und das nächste, das wir im Herbst aufnehmen werden.

Evan Ball: (19:55)
Habt ihr schon damit angefangen?

Eric Wilson: (19:57)
Wir haben schon ein paar Ideen gesammelt. Ich glaube, es wird richtig gut, denn wir spielen sehr gut zusammen und jeder ist auf dem richtigen Weg, wie es scheint.

Evan Ball: (20:09)
Das ist großartig. Wie hast du Rome Ramirez kennengelernt?

Eric Wilson: (20:13)
[unverständlich 00:20:13] Ich habe in einer Psychedelic-Band namens Stone Wing Schlagzeug gespielt. Und der Typ der getrommelt oder Bass gespielt hat, hatte ein Studio und arbeitete gerade mit der Band von Romes Freundin. Beziehungsweise nicht mit ihrer Band, sondern mit ihrem Soloprojekt. Er war im Studio, war ein großer Sublime-Fan und wollte ein paar Sublime-Songs spielen. Wir haben angefangen zu jammen und so.

Evan Ball: (20:42)
Was für ein glücklicher Zufall.

Eric Wilson: (20:44)
Ja, absolut. Was soll ich sagen, er ist wirklich gut.

Evan Ball: (20:49)
Was hat dich so beeindruckt?

Eric Wilson: (20:52)
Ich weiß es nicht. Er war makellos. Ich konnte einfach meine Augen schließen. Es klang, als wäre Brad da.

Evan Ball: (21:02)
Oh, das ist so cool. Lass uns eine kurze Pause einlegen und dann über die Gegenwart sprechen.

Evan Ball: (21:07)
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Evan Ball: (21:28)
Lass uns über die Gegenwart sprechen. Wir befinden uns offensichtlich in einer seltsamen Zeit, in der nicht viel Live-Musik gespielt werden darf. Wie sieht dein Leben im Moment aus und an welchen Projekten bist du beteiligt?

Eric Wilson: (21:39)
Ich nehme gerade eine Band namens Spray Allen auf. Das sind zwei Jungs aus New York [unverständlich 00:21:46]. Der Sänger heißt Danny Lonner und der Gitarrist Eric Sherman. Die waren in einer Band namens Late Night Episode. Die sind richtig groß geworden, haben sich dann aber aufgelöst. Ich habe sie durch den Profi-Skater Danny Way kennengelernt. Und Wade Youman, der Schlagzeuger von Unwritten Law, wohnt ganz in der Nähe von mir. So haben wir zusammengefunden. Wade hat mir die beiden Jungs in der Band, Eric und Lonner, über Danny Way vorgestellt.

Eric Wilson: (22:26)
Als wir mit den Aufnahmen angefangen haben, habe ich sie gefragt, ob sie nicht bei mir wohnen wollen, weil sie immer nur auf dem Sofa übernachtet haben. Das war noch vor der Pandemie und als der Lockdown kam, konnten wir uns zusammen einschließen. Also haben wir einfach angefangen aufzunehmen und tolle Songs geschrieben. Wir gehen zur Sonic Ranch. Ich weiß nicht, ob du davon schonmal was gehört hast, aber das liegt in El Paso, Texas. Wir wollten das Schlagzeug dort aufnehmen, weil mein Studio nicht so toll ist. Ein paar Sachen klingen wirklich gut, zum Beispiel mit dem Drumcomputer, aber das echte Schlagzeug war einfach nicht so gut. Deshalb werden wir Paul Leary, den Produzenten von „Sublime“, mit der Produktion beauftragen. Ich habe ihn aus dem Ruhestand geholt [unverständlich 00:23:21].

Evan Ball: (23:26)
Oh, schön.

Eric Wilson: (23:26)
Er ist begeistert. Und dann ist da noch Stu, der Bassist. Er hat für Matisyahu gespielt, aber seine Band heißt Dub Trio und er hat mehr Effektpedale als jeder andere Gitarrist, den ich kenne. Er spielt Bass und setzt sie richtig gut ein. Er hat mir einiges beigebracht. Ich habe ihn bei Sublime With Rome kennengelernt. Wir haben in den letzten Jahren mit Matisyahu zusammen gespielt und sind richtig gute Freunde geworden. Wir haben ihm die Songs mit dem Drumcomputer geschickt und er hat sie produziert. Das ist super. Ich kann dir ein paar Songs schicken.

Evan Ball: (24:09)
Ich würde sie gerne hören. Nochmal: Spray Allen, ja?

Eric Wilson: (24:14)
Ja, genau.

Evan Ball: (24:15)
Kennt man diesen Begriff?

Eric Wilson: (24:19)
Du solltest ihn vielleicht googeln. Ich weiß nicht, ob du das willst ...

Evan Ball: (24:23)
Das habe ich gerade getan. Das kannte ich noch nicht.

Eric Wilson: (24:31)
Ich auch nicht, aber ich glaube, Gitarrist Eric Sherman hat das gefunden. Wir haben es benutzt und uns in den Namen verliebt.

Evan Ball: (24:39)
Schön. Wie viele Jungs waren in der Band?

Eric Wilson: (24:42)
Vier. Und Gabe. Er ist von No Doubt und spielt bei Sublime With Rome. Er war hier. Jetzt lebt er in Norwegen, aber er war ein paar Wochen hier. Ich hatte eine B3 zuhause und wollte endlich etwas Vernünftiges damit anfangen. Bei einigen Sachen hat er auch Posaune gespielt.

Evan Ball: (25:06)
Um was für eine Art Musik geht es denn?

Eric Wilson: (25:07)
Die ist ein bisschen anders. Ich weiß nicht. Es ist eine Mischung aus Graham Parson und ... Scheiße, [unverständlich 00:25:16] es ist wie klassischer Rock, aber es klingt auch ein bisschen nach elektronischer Musik. Keiner der Songs klingt wie der andere. Sie sind alle sehr unterschiedlich.

Evan Ball: (25:29)
Oh Mann. Jetzt bin ich wirklich neugierig.

Eric Wilson: (25:29)
Es gibt so viele verschiedene Lieder. Ich sage einfach mal: Es ist alternativ.

Evan Ball: (25:34)
Cool! Nun zu Sublime With Rome. Du hast gesagt, dass ihr bald ins Studio geht.

Eric Wilson: (25:39)
Ja. Wir spielen eine Herbsttournee und sobald wir wieder da sind, nehmen wir wieder was auf.

Evan Ball: (25:47)
Findet die Tour Stand jetzt statt oder musst du nur davon ausgehen, dass sie stattfindet, bis sie nicht mehr stattfindet?

Eric Wilson: (25:51)
Nun, die erste Show ist in Juarez, Mexiko. Ich denke, bis dahin sollte alles cool sein.

Evan Ball: (26:07)
Du hast schon so viel erreicht. Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

Eric Wilson: (26:15)
Das, was ich gerade mache, ist cool. Ich werde wahrscheinlich [unverständlich 00:26:18] bis ich sterbe.

Evan Ball: (26:21)
Dein Leben ist gut. Das ist super.

Eric Wilson: (26:22)
Ja. Ich weiß nicht. Ich langweile mich, wenn es nichts zu tun gibt.

Evan Ball: (26:26)
Da ich mir gerade noch einmal „Stories, Tales, Lies And Exaggeration“ angeschaut habe, frage ich einfach mal so: Hat Denny’s euch mal ins Visier genommen, weil ihr eure Bustoilette vor ihrer Tür geleert habt?

Eric Wilson: (26:35)
Nee. (unverständlich 00:26:39).

Evan Ball: (26:40)
Vielleicht waren sie auch geschmeichelt, dass sie in dem Video vorgekommen sind.

Eric Wilson: (26:42)
Das ist inzwischen wahrscheinlich verjährt.

Evan Ball: (26:46)
Du bist auf jeden Fall aus dem Schneider. Spielst du lieber Live-Shows oder machst du lieber Musik?

Eric Wilson: (26:52)
Ich spiele gerne Live-Shows, aber in kleineren Hallen. Wenn wir vor 10.000 oder 5.000 Leuten spielen, ist das nicht das gleiche wie in einem Club, wo man die Gesichter der Leute sehen kann und so. Es ist aber auch echt cool, wenn man neue Musik macht und sie den Leuten vorspielt und das Feedback bekommt und so.

Evan Ball: (27:18)
Bevor ich es vergesse, muss ich dich noch etwas fragen. Welche Bass-Saiten spielst du?

Eric Wilson: (27:21)
Ernie Ball, natürlich.

Evan Ball: (27:24)
Schön. Und welche genau?

Eric Wilson: (27:26)
105er

Evan Ball: (27:26)
50 bis 105er? Oder 45 bis 105er?

Eric Wilson: (27:30)
50.

Evan Ball: (27:31)
50er, okay. Normale Slinkys.

Eric Wilson: (27:33)
Ich habe gerade erst ein Care-Paket von euch bekommen. Ich habe mich riesig gefreut [unverständlich 00:27:36].

Evan Ball: (27:37)
Schön, schön. Wie ist es dir in der Quarantäne ergangen?

Eric Wilson: (27:42)
Na ja, wie gesagt, ich habe nur Aufnahmen gemacht und so [unverständlich 00:27:46] ziemlich viele. Für viele Leute war diese Zeit furchtbar und ich habe Mitleid mit ihnen. Ein Freund von mir hat einen Haufen Gitarren gespendet und ich werde welche signieren. Da muss ich mich noch schlau machen. Wir werden sie auf einigen Websites verkaufen und die Einnahmen an Roadies spenden, die das Geld brauchen. Unsere Roadies brauchen das nicht, weil sie bezahlten Pandemie-Urlaub bekommen haben oder wie man das nennen mag. Der Gitarrist von [unverständlich 00:28:24] hat uns darauf angesprochen. Ich finde, das ist eine tolle Idee. Er wollte, dass ich ein paar Gitarren raussuchen, die ich unterschreiben kann. Ich habe acht Gitarren gefunden. Dabei fühle ich mich eigentlich ganz gut.

Evan Ball: (28:38)
Ja, das ist toll.

Eric Wilson: (28:39)
Mit Sublime haben wir gerade eine Show gespielt. Wir haben uns hier auf meiner Veranda eingerichtet. Ich habe eine Avodaco-Ranch ohne Nachbarn, deshalb können wir das hier machen. Wir hatten ein komplettes Videoteam da und haben einen Livestream gemacht. Die Erlöse haben wir an Menschen gespendet, die von der Pandemie betroffen sind.

Evan Ball: (29:05)
Wir machen das auch, indem wir ein paar Gitarren auf der Website verkaufen.

Eric Wilson: (29:08)
Cool! Sag mir Bescheid, wenn ich was tun kann.

Evan Ball: (29:12)
Deine Soundqualität ist vor 30 Sekunden sehr viel besser geworden.

Eric Wilson: (29:15)
Ich bin gerade nach Hause gekommen. Das tut mir leid.

Evan Ball: (29:19)
Kein Problem. Wie können die Leute am besten auf dem Laufenden bleiben, wenn es um deine ganzen Projekte geht?

Eric Wilson: (29:26)
Bald haben wir eine Website, aber ich wurde 1970 geboren, wie ihr wisst. Ich kann mich noch an die Telefonnummern meiner Freunde erinnern. Ich war noch nie ein Fan von Facebook und so, aber Sublime With Rome haben eine Website und Spray Allen werden sicher auch bald eine haben.

Evan Ball: (29:49)
Schau mal nach.

Eric Wilson: (29:54)
Wir haben vor der Pandemie nur ein paar Takte spielen können, als wir zum ersten mal zusammengearbeitet haben [unverständlich 00:29:58]. Wir haben ein paar Shows gespielt. Wir haben aber noch keine Fans oder so. Nur Songs.

Evan Ball: (30:07)
Ich bin auf jeden Fall neugierig. Ich kann es kaum erwarten, die Musik zu hören. Eric Wilson, danke, dass du beim Podcast mitgemacht hast.

Eric Wilson: (30:13)
Danke, dass ich dabei sein durfte. Es war mir ein Vergnügen.

Evan Ball: (30:15)
Nochmals vielen Dank, dass du bei Striking A Chord von Ernie Ball dabei warst. Als langjähriger Sublime-Fan möchte ich mich bei Eric Wilson für das Interview bedanken. Er hat eine Menge neuer, aufregender Dinge in petto. Ich freue mich schon darauf. Wenn du uns erreichen möchtest, schreibe bitte eine E-Mail an [email protected].